Aktivitäten des Landesverbandes

Demonstration in Schwerin - 24.10.2012

Hier dir Rede von Kerstin Lenz - unserer Vorsitzenden:



Liebe Tierschützer und Tierfreunde,

ich freue mich, dass so viele den Weg nach Schwerin
gegangen sind, um ihren Unmut über die Landwirtschaftspolitik unserer
Landesvertreter zu äußern.

 

Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Staatsziels Tierschutz hat sich an der Situation der Tiere wenig geändert.

Noch immer werden täglich hunderttausende männliche Eintagsküken vergast oder geschreddert, weil sich ihre Aufzucht nicht rechnet.

Noch immer werden die meisten Ferkel betäubungslos kastriert, und glauben sie mir, meine Herren, das sind Schmerzen, die keiner von Ihnen ertragen möchte.

 

Schweine, Geflügel, Rinder werden für ihre Haltung „zurechtgestutzt“. Ihnen werden die Schwänze kupiert, die Zähne abgekniffen, die Schnäbel gekürzt und die Hörner abgebrannt.

 

Obwohl in einer Richtlinie der EU steht, dass nur in Ausnahmefällen genehmigt werden darf, passiert es bei uns bei 100 Prozent der Tiere in industriemäßiger Haltung.

 

Im Gegensatz zu anderen Ländern ist in M/V die Haltung von Tieren zur reinen Fellgewinnung weiterhin erlaubt.

 

Bei uns werden über 30.ooo Nerze in Farmen gehalten. Und was das Absurde ist, die Betreiber der beiden Anlagen in M/V klagen zur Zeit gegen bessere Haltungsbedingungen für ihre Tiere.

 

Wer aber klagt im Namen der Tiere???

 

Die Tierschutz-Klage ist erforderlich, da Tiere nicht selbst klagen können. - in anderen Bereichen, wie dem Naturschutz, ist das längst selbstverständlich.

 

Tiernutzer und Tierschutz sollen „auf Augenhöhe“ miteinander operieren.

 

Wir haben es satt, immer nur hinterherzulaufen.

 

Wir geben den Tieren eine Stimme. Heute und hier.

 

Wir fordern ein Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine.

 

Herr Minister Backhaus, sie haben auf einer Landtagssitzung geäußert, sie könnten sich für den Deutschen Tierschutzbund ein Verbandsklagerecht vorstellen.

 

Hier sind wir! Geben Sie ihren Worten einen Inhalt und den Tieren eine Stimme!!!

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren Politiker, wovor haben Sie Angst? Wer das Staatsziel ernst nimmt, muss auch für den bestmöglichen Vollzug des Tierschutzes sorgen! 

 

10 500 Sauen mit jährlich 250 000 Ferkeln vegetieren auch bald in unserem Land in Alt Tellin in einer riesigen Ferkelfabrik vor sich hin, bis sie zur Schlachtband geführt werden. Es gibt kein ausreichendes Konzept, um die Tiere im Brandfall aus dem Stall zu bekommen. Sie würden elendig verenden.

 

Das ist ein Beispiel dafür, wo seriöse Tierschutzverbände den Tieren eine Stimme geben könnten und somit für die Einhaltung von Gesetzen kämpfen.

 

So lange ein Tier nicht seine Bedürfnisse auslebenkann -

So lange Tiere nicht genügend Freiraum haben um Konflikten mit Artgenossen aus dem Weg zu gehen -

Solange Qualzuchten benötigt werden um Profit zu machen -

So lange Tiere verstümmelt werden, weil sie wegen falscher Haltungsformen zum Kannibalismus gezwungen sind -

So lange das Tier nur als Sache, die dem Lebensunterhalt des Besitzers sichern soll angesehen wird -

So lange sprechen wir von „Massentierhaltung“ ohne Ansehen der Anzahl der Tiere.

 

Wenn ein Tier den Haltungsformen angepasst wird und nicht umgekehrt,

wenn einem Tier durch diese Degradierung die Würde genommen wird,

wenn gegen das Tierschutzgesetz und das Grundgesetz verstoßen wird, in dem ganz genau als Staatsziel festgelegt ist, das Tiere als unsere Mitgeschöpfe zu achten und zu schützen sind, dann liegen strafwürdige Vergehen vor, gegen die wir uns wehren sollten.

Wir sind heute hier, um den Tieren eine Stimme zu geben. Ohne Verbandsklage bleibt das Staatsziel Tierschutz ein zahnloser Tiger!,

 

Deshalb fordern wir alle Politiker auf, sich für ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände stark zu machen!

 

Dutzende Bürgerinitiativen im Land wehren sich gegen Tierfabriken und fordern eine andere Agrarpolitik! Gemeinsam mit dem BUND, dem Deutschen Tierschutzbund (Landesverband MV), der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und dem Unternehmerverband MiLaN - Mit Lust an Natur e.V. rufen wir auf zur Kundgebung am 24.10.2012 um 12.00 vor dem Landtag in Schwerin.

 

 

Keine Tierfabriken mehr!


 

Tierschutz-Verbandsklagerecht in MV


 

Kein Steuergeld für Agrarindustrie


 

Bauernhöfe statt Agrarfabriken

 





Das Ergebnis von 22 Jahren Agrarpolitik nach der Wende: Tierfabriken -Antibiotikamissbrauch - multiresistente Keime - Botulismus - „Bio“Gasanlagen- Maisfelder bis zum Horizont - ausufernder Pestizid und Herbizideinsatz - Tierquälerei - Umweltbelastung - Nitrat im Grundwasser - Blaualgen in der Ostsee - Todeszonen am Grund - Badeverbot an der Küste - Arbeitslosigkeit für viele und hohe Gewinne für wenige.

 

Wir haben es satt!

Wir fordern eine neue Agrarpolitik! Steuergeld nur für bäuerliche Landwirtschaft und unter Berücksichtigung der Interessen von Menschen,

Tieren und Umwelt. Noch in staatlicher Hand verfügbarer Boden ist für

bäuerliche Betriebe, Neueinsteiger und Bio-Landbau zu reservieren. Und wir brauchen endlich ein Tierschutz-Verbandsklagerecht auch in MV. Sonst sind die schönen Tierschutzgesetze oft nicht mal das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden.

 


55 Millionen Schweine werden jährlich in Deutschland geschlachtet. Bis zu einem Drittel davon landen niemals in einer Bratpfanne, sondern auf dem Müll. Trotzdem boomt die industrielle Schweinezucht, es entstehen riesige neue Tierfabriken. Und die sind politisch offensichtlich gewollt. EU, Bund und Länder fördern eine industrielle Massentierzucht, die zu Überproduktion führt. Für die großen Züchter lohnt sich dieses Geschäft selbst dann noch, wenn der Markt längst übersatt ist. Der Film nimmt die Zuschauer mit auf die Suche nach den vielen Geldquellen, die die Politik für immer mehr Billigfleisch erschließt. Und er zeigt die Folgen. 20.000 Mastschweine in einem Stall, das bedeutet:
Dahinvegetieren in Schmutz, Enge und Dunkelheit, ständig geplagt von Krankheitserregern. "Der Gestank ist entsetzlich, der Mensch hält es nur kurze Zeit in den Ställen aus", berichtet ein Tierschützer, der die Zustände in deutschen Zuchtbetrieben mit der Kamera dokumentiert. Rund zehn Prozent der Schweine sterben dort, bevor sie schlachtreif sind.


Die Vorbereitung der Netzwerk-Kundgebung in Schwerin am 24.10.2012 läuft jetzt  an. Die Kundgebung wird u.a. schon  vom Deutschen Tierschutzbund-Landesverband MV unterstützt. Wir bitten schon jetzt alle Initiativen unseres Landesnetzwerks, sich nach Kräften an der Mobilisierung zu beteiligen. Am 24. Oktober werden wir vor dem Landtag lautstark unsere Forderungen präsentieren, parallel zur dann dort laufenden Landtagssitzung. Unsere BI wird einen Bus chartern, mit dem wir aus unserer Region gemeinsam zur Kundgebung fahren. Eine Haltestelle wird Demmin sein, wo man zusteigen könnte.