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Bericht vom ersten Prozesstag gegen die Mega-Sauenanlage in Alt Tellin

Großer Andrang bei der Verhandlung am 15.3.2017 vor dem Verwaltungsgericht Greifswakd um die Genehmigung der Mega-Sauenanlage in Alt Tellin. Fünf Oberthemen wurden besprochen: Gefahren, die vom Methan der Biogasanlage ausgehen, mögliche Einflüsse auf ein FFH-Gebiet, Biotopschutz vor Stickstoffeinträgen, Brandschutz und es wurde tatsächlich über den Tierschutz diskutiert. Viele Probleme der Anlage wurden intensiv beleuchtet. Dafür wurden viele Gutachter mitgebracht. Eine Entscheidung ist nach sechs Stunden Verhandlung nicht gefallen, es wurde vertagt. Der neue Termin muss noch festgelegt werden, da das Gericht einige Fragen klären muss.

Die größte Frage davon ist, wie genau der Tierschutz in dieser Verhandlung eine Rolle spielt. Denn dies ist ein neues juristisches Feld und das Gericht scheint hier eine wegweisende Entscheidung treffen zu wollen, bei der die kürzlich ergangene Entscheidung vom Europäischen Gerichtshof einfließt. Das Gericht hat erkannt, dass wir einen Systemwechsel hin zu artgerechterer Tierhaltung wollen. Der Fortgang vom Prozess scheint spannend zu werden. Was klar wurde ist, dass der Tierschutz als Unterthema vom Verbandsklagerecht für Umweltschutz schwierig zu verhandeln ist. Bei der kurzen Kundgebung vor der Gerichtsverhandlung forderten wir schon:
Es braucht jetzt in MV wirklich ein Verbandsklagerecht für den Tierschutz!

Megastall für 10.500 Sauen vor Gericht in Greifswald

Auftaktaktion mit Transparenten und kurzer Ansprache ist am 15.3.2017 ab 11:15 Uhr, Domstraße 7, Greifswald

 

Verhandlung der Klage am 15. März 2017 ab 12:00 Uhr vor Verwaltungsgericht Greifswald

 

Am Mittwoch, den 15.März 2017 ab 12: 00 Uhr wird vor dem Verwaltungsgericht Greifswald die Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegen die Genehmigung der Sauenanlage Alt Tellin verhandelt. Die Verhandlung ist öffentlich. Die Klage wird von zahlreichen Anwohnern, der Bürgerinitiative vor Ort und dem Deutschen Tierschutzbund unterstützt. Gemeinsam mit Vertretern anderer Bürgerinitiativen des Landesnetzwerkes gegen Massentierhaltungsanlagen in Mecklenburg-Vorpommern ist ab 11:15 Uhr eine Auftaktaktion mit Bannern und einer kurzen Ansprache in Greifswald, Domstraße 7 geplant.

Die Sauenanlage für 10.500 Muttersauen gilt als eine der größten Europas. Die industrielle Produktion von über 250.000 Ferkeln im Jahr hat gravierende Umwelt- und Tierschutzprobleme zur Folge. Die Klage gegen die Genehmigung wurde vom BUND im September 2012 eingereicht. Die Genehmigung der Megaanlage wurde 2010 nach einem zweijährigen Genehmigungsverfahren trotz zahlreicher Einsprüche durch das Staatliche Amt für Umwelt und Natur Neubrandenburg (heute StALU Mecklenburgische Seenplatte) erteilt. Die Sauenanlage wird seit dem Tierhaltungsverbot gegen den vormaligen Betreiber Adrianus Straathof von einem Treuhänder der Straathof-Firmengruppe verwaltet. Der Betreiber der Anlage nimmt als Beigeladener am Prozeß teil.

Mit der Gehnehmigung der Anlage wurden zum Beispiel Kastenstände genehmigt, die eindeutig gesetzwidrig sind. Die Sauen werden darin bis zu 6 Monaten im Jahr nahezu bewegungslos gehalten. Auch ist im Brandfall die Rettung der Tiere aus dieser Anlage nahezu ausgeschlossen. Die Stöfallplanung entspricht nicht dem Gefahrenpotential.

 

Probleme im täglichen Betrieb

Die Anlage arbeitet seit 2012 nachweislich mit zahlreichen Verstößen gegen geltendes Recht. Von 98 dokumentierten Verstößen der Alt Telliner Sauenanlage sind 40 Konflikte mit dem Tierschutzrecht dokumentiert. Dazu zählen Überbelegungen, zu kleine Buchten, fehlendes Beschäftigungs-material und vergiftete Atemluft. Tierquälerische Manipulationen wie Abkneifen der Zähne und Abschneiden der Hoden, jeweils ohne Betäubung sind angeblich keine Rechtsverletzung und immer noch zulässig. Ein eindeutig rechtswidriger Ministererlass gestattet es sogar, Saugferkel bis 2 Kg an den Hinterläufen zu packen und "zur Betäubung" auf eine "nicht federnde Unterlage" zu schlagen.

 

Der Rechtsweg

Der BUND reichte daher gemeinsam mit der Bürgerinitiative un dem Deutschen Tierschutzbund im September 2012 beim Verwaltungsgericht Greifswald Klage gegen die Genehmigung ein.
Unterstützt wird die Klage durch den Deutschen Tierschutzbund, den
Unternehmerverband MiLaN und viele Einzelspender aus der Region. Die Klage hat zum Ziel, die Genehmigung für die Anlage wegen der Verstöße gegen Tierschutz- und Naturschutzvorschriften aufheben zu lassen.

Nach EU Recht steht dem Umweltverband BUND auch für Tier- und Brandschutzfragen die Klagebefugnis zu. Dies EU Recht ist allerdings immer noch nicht in nationales Recht übertragen.
Obwohl es eindeutig trotzdem auch in Deutschland gilt, müssen wir trotzdem auch darum vor Gericht noch streiten. Sorgen wir gemeinsam dafür, daß dies in aller Öffentlichkeit geschieht.

 

Mehr Infos: http://www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/…/Hintergrund_Eur…

Ist das ein Leben? 

Immer wieder erreichen uns Tierschützer Anzeigen über vernachlässigte Tiere. In diesem Fall hat uns aber ein Fernsehteam von RTL Punkt 12 kontaktiert. Uns wurden schreckliche Lebensumstände von einigen Hunden in einem kleinen Ort bei Güstrow geschildert. Wir wollten uns selbst ein Bild machen und fuhren zu dem Ort, wo die Hunde leben sollten und wir merkten schnell hier muss geholfen werden! Mehrere Einwohner des kleinen Örtchens hatten bereits seit 2012 die offensichtlichen Missstände der Tierhaltung dort angeprangert und immer auf Hilfe der zuständigen Behörden gehofft. Doch leider passierte all die Jahre offensichtlich nichts. Der Besitzer lebte vom Verkauf der dort produzierten Welpen und das Treiben auf dem vollkommen verwahrlosten Hof ging weiter und wurde immer schlimmer. mehr Informationen

Das Radio zu Besuch beim Tierschutz

Antenne MV berichtet ab dem 21.11.2016 eine Woche lang jeden Tag über die Aktivitäten der Tierschützer in MV. Am 24.11. war es im Tierheim Schlage:

 

(Onni Schlebusch von Antenne MV) „... wenn ich höre, dass es hier bei uns in Mecklenburg-Vorpommern Hunde gibt, denen der Schwanz rausgerissen wurde, dann wirds Zeit, darüber zu reden! Unfassbares wird von unseren Tierrettern und Tierfreunden hier in Mecklenburg-Vorpommern jeden Tag geleistet! Respekt an Euch! Danke an das Team vom Rostocker Tierschutzverein e.V. - Tierheim Schlage - denen ich helfen durfte! “

 

Wir bedanken uns für diese Unterstützung bei Antenne MV und für die tollen Spenden, die der Tierschutz dadurch bekommen hat.

 

Protestaktion in Alt Tellin und kommende Gerichtsverhandlung am 15.3.2017

Am 12. November 2016 wurde ein rosanes Riesen-Protestkreuz  vor der industriellen Ferkelproduktion in Alt Tellin feierlich enthüllt, welches am Tag zuvorwieder aufgestellt wurde . Ca. 100 Menschen demonstrierten dabei vor der Anlage gegen die Grausamkeit industrieller Intensivtierhaltung. Es war eine tolle Stimmung bei strahlendem Sonnenschein.

Am 15.3.2017 ( der Termin vom 8.12.2106 ist verschoben)beginnt die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Greifswald um die Genehmigung dieser Schweinezuchtanlage. Da werden wir vor Ort sein.

 

Für Bauernhöhe statt Agrarfabriken!

Der aktuelle Landesvorstand

Am 16.12.1990 trafen sich fünf Vertreter von Tierschutzvereinen aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Mit ihren Unterschriften gründeten sie den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern im Deutschen Tierschutzbund, um dem Missbrauch von Tieren noch wirksamer entgegentreten zu können.
 
Heute sind im Landesverband 26 örtliche Tierschutzvereine mit 20 vereinseigenen Tierheimen oder Auffangstationen und ca. 2000 Mitgliedern aus allen Teilen des Landes zusammengeschlossen.

 

Jedes Geschöpf auf dieser Welt hat ein Recht auf ein leidens- und schmerzensfreies Leben und einen schmerzlosen Tod.

In allen Bereichen, die den Umgang mit Tieren berühren, sei es in der Landwirtschaft, in Forschung und Industrie, im Bereich der Haustierhaltung oder in der Natur, setzen wir uns für dieses Recht ein.

Es ist unser Anliegen, dass die gesamte Natur um ihrer selbst willen geschützt wird.

Die Förderung des Tier- und Naturschutzgedankens und der praktische Einsatz "vor Ort" zum Wohl aller Tiere sind die vordringlichsten Aufgaben des Deutschen Tierschutzbundes.

 

 

 

Bei der Mitgliederversammlung am 18.3.2016 wurde der Vorstand des Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbundes M/V in Demmin neu gewählt.

 

 

Foto von links nach rechts: Nicole Porath-Kassenwart, Margret Kuhlmann-1stellv. Vorsitzende, Ulrich Krause-Beisitzer, Kerstin Lenz-Vorsitzende, Angelika Streubel-2. stellv. Vorsitzende, Dr.Wolfgang Horn-Beisitzer, Manfred Poniatowski- Schriftführer
 

Mehr Tierschutz ins Bildungprogramm

Die drei Lehrer aus MV zusammen mit anderen nach Abschluß der Weiterbildung

Tierschutz spielt eine immer größere Rolle in der Gesellschaft. Jetzt braucht es die Aufnahme vom Tierschutz in das offizielle Bildungsprogramm.

 

Mecklenburg-Vorpommern hat seit kurzem 3 Tierschutzlehrer. Mit pädagogisch aufbereitetem tierischem Wissen sehr gut ausgestattet können sie anspruchsvolle Informationen in Schulen, Kindergärten und ähnliche Einrichtungen spielerisch vermitteln.

 

Seit 2002 ist Tierschutz im Grundgesetz. Dies sollte sich in den offiziellen Lehrplänen widerspiegeln.“ so Kerstin Lenz, Vorsitzende von Deutschen Tierschutzbund, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern. Trotz Verknüpfungsmöglichkeiten in den Lehrplänen ist es für viele Schulen schwierig, tierschutzrelevante Themen zu behandeln. Bisher entscheidet nur der persönliche Einsatz des Fachlehrers darüber, ob Tierschutz-Themen im Unterricht behandelt werden. Sowohl ausgebildete Tierschutzlehrer als auch jugendgemäße Methoden fehlen.

 

Über grausamen Welpenhandel, sinnlose Tierversuche, landwirtschaftliche Nutztiere, Zirkus- und Zootiere bis hin zu Verbraucherinformationen gibt es viel zu erfahren. Kinder und Jugendliche möchten wissen, was sich das geliebte Tier wünscht, warum Stadtenten besser Getreide als Brot vertragen, wie Erste Hilfe am Tier praktiziert wird, wie viel man selbst tun kann, um die Tierhaltung in der Landwirtschaft zu verbessern, weshalb der Wolf zurückkehrt und noch viele Themen mehr. Die pädagogische Form des offenen Lernens bietet viele Möglichkeiten, die anspruchsvollen Themen gut verständlich anzubieten. Das umfangreiche Wissen wird objektiv und ohne Druck vermittelt.

 

Marion Balscheit, eine Humanmedizinerin, hat sich als Ärztin besonders mit dem Thema sinnloser Tierversuche auseinandergesetzt, Christine Liebau, Freie Video-Journalistin, wandert und campt gerne mit Kindern und Hunden wobei es viel Spannendes gibt und Peter Bürger, der Holzhaus-Fachmann, weiß durch langjährige Erfahrung im Tier- und Artenschutz viel zu berichten. Die Dozenten können auf direkte Anfragen oder über den Deutschen Tierschutzbund für einzelne Unterrichtsstunden, AGs, Exkursionen und Feriencamps geordert werden.

 

Mehr Infos unter: http://www.jugendtierschutz.de/tierschutzlehrer

Tiere haben keinen Preis, sondern einen Wert!

In den letzten Jahrzehnten hat der Deutsche Tierschutzbund intensiv dafür gekämpft, dass sich die Rahmenbedingungen für alle Tiere in der deutschen Landwirtschaft spürbar verbessern. Seit Langem fordern wir unter anderem auch die Einführung einer gesetzlichen Tierschutzkennzeichnung, die verlässlich und transparent für mehr Tierschutz steht. Die Diskussion über eine solche Kennzeichnung, aber auch darüber, wie heute Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden und gehalten werden dürfen, hat in den
letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Deshalb und weil der Gesetzgeber bisher nicht gehandelt hat, hat der Tierschutzbund sich dazu entschlossen, eine entsprechende Tierschutzkennzeichnung „Für Mehr Tierschutz“ einzuführen.

 

Wir sind überzeugt, dass es in Partnerschaft mit Landwirten und der Branche gelingen kann, jetzt und sofort erste Verbesserungen für die Tiere umzusetzen.

Die Standards, die für die Tiere einen wirklichen Mehrwert an Tierschutz gewährleisten, sollen es den Tieren in der Landwirtschaft ermöglichen, ihren artspezifischen Verhaltensweisen und den damit verbundenen Bedürfnissen an ihre Haltungsumgebung nachzukommen. Dies ist durch die gesetzlichen Vorgaben bislang bei Weitem nicht gewährleistet.

 

 

Die Entwicklung des Tierschutzlabels stand von Anfang an auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament. Die ersten Grundlagen des Tierschutzlabels wurden an
der Universität Göttingen, in der Initiativgruppe „Tierschutzlabel“, erarbeitet. Mit der Übernahme der Trägerschaft für das Label durch den Deutschen Tierschutzbund im Juni 2011 nahm auch der Labelbeirat – bestehend unter anderem aus Vertretern der Wissenschaft, der Landwirtschaft, der Vermarkter, des Handels – seine begleitende
Tätigkeit auf. Der Beirat berät unter anderem zu den Label-Inhalten, Marketingmaßnahmen sowie zur Weiterentwicklung des Tierschutzlabels.


Der Deutsche Tierschutzbund steht dafür, jedes einzelne Tier um seiner selbst willen zu schützen. Solange jedoch die Gesellschaft die Zucht, die Haltung und den Tod von Tieren zu Ernährungszwecken als vernünftigen Grund akzeptiert, gilt es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Situation der Tiere zu verbessern.

 

Fleischverzicht bleibt der direkteste Weg zu mehr Tierschutz. Wir diskutieren in der Gesellschaft viel darüber, dass Fleisch zu teuer ist. Lassen Sie uns alles dafür tun, dass wir endlich darüber diskutieren, dass Fleisch heute zu billig ist. Und darüber, was wir gemeinsam tun können, um den Ansprüchen des Verbrauchers nach Transparenz gerecht zu werden. Denn: Tiere haben keinen Preis, sie haben einen Wert!

Warum bedarf es einer Einstiegsstufe?
Zur Verbesserung von Tierschutzstandards für eine große Zahl von Tieren ist ein breiter Marktzugang notwendig. Es muss gelingen, den Landwirt da abzuholen, wo er steht: Der Deutsche Tierschutzbund hält es deswegen für notwendig, sich neben dem Ziel des
Premiumstandards auch mit einem niedrigeren Einstiegsniveau einzubringen, das viele weitere Erzeuger, die Verbraucher und den Handel animiert mitzumachen. Es muss gelingen, alle mitzunehmen! Dabei müssen die Standards einer solchen Einstiegsstufe aber zu klaren Verbesserungen für die Tiere führen und somit deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen angesiedelt sein. Mit diesem Schritt wird ein breiter Einstieg in Richtung mehr Tierschutz angestrebt, der langfristig weiter – zum Premiumstandard hin – ausgebaut wird. Die Forderungen des Verbandes nach den optimalen Tierschutzstandards und die Grundsatzkritik an Haltungsformen und gegebenenfalls auch Unternehmen bleiben davon unberührt, so wie auch der Appell an den Verbraucher, bewusster einzukaufen.

 

Auf Stroh schläft es sich besser als auf Spalten.

Stimmt das Preis / Leistungsverhätnis? Funktionieren die Kontrollen? Sollten die Verbesserungen für das einzelne Tier nicht viel größer sein?

 

Der Deutsche Tierschutzbund zieht trotz Zweifel von verschiedenen Seiten eine grundsätzlich positive Bilanz des Siegels. Das Label hat die politische Debatte über Veränderungen in der Tierhaltung intensiviert. Zudem ist es ja auch erst 18 Monate alt. Der eingeschlagenen Weg wird konsequent fortgesetzt, um jetzt und sofort erste Verbesserungen für die Tiere durchzusetzen.

Das Label soll für andere Nutztierarten erweitert werden.

 

Meldet Euch bei uns, falls ihr Ideen, Kritik oder Anmerkungen dazu habt!